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Daumenlutschen verzögert das Sprechen Störungen infolge jahrelangen Nuckelns beobachtet Für die Untersuchung befragte man die Eltern von 128 chilenischen Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren nach Ernährungs- und Nuckelgewohnheiten ihrer Kinder während der ersten Lebensjahre. Anschließend wurden die Kinder Sprachtests unterzogen, die ihrem jeweiligen Alter angepasst waren. Kinder, die mehr als drei Jahre lang Schnuller, Flasche oder Daumen nuckelten, waren dreimal häufiger von Sprachstörungen betroffen. Die Kinderärzte empfehlen daher, Kinder nach dem dritten Lebensjahr vom Nuckeln zu entwöhnen. Automatisierung falscher Bewegungsmuster "Für das Sprechen werden 42 Muskeln beansprucht. Je länger sich ein Fremdkörper im Mund befindet, desto stärker werden diese durch die Automatisierung des Nuckelns umprogrammiert", erklärt Dietlinde Schrey-Dern vom deutschen Bundesverband für Logopädie http://www.dbl-ev.de gegenüber pressetext. Betroffen seien vor allem die Muskeln der Zunge. Die Bewegungsfähigkeit dieses zentralen Sprechorgans werde auf diese Weise besonders eingeschränkt. Als Konsequenz des permanenten Lutschens komme es bei Kindern häufig zu einer sogenannten myofunktionelle Störung, die eine richtige Artikulation erschwert. "Im schlimmsten Fall können Kinder die nicht artikulierbaren Laute auch nicht genau unterscheiden und aus der Sprechstörung entwickelt sich eine Sprachstörung", so die Logopädin. Langes Stillen schützt Relativ guten Schutz vor solchen Störungen stellten die Forscher hingegen bei den Kindern fest, die in den ersten neun Lebensmonaten gestillt und erst dann an die Babyflasche gewöhnt wurden. Schrey-Dern führt dies auf unterschiedliche Beschaffenheit der Mutterbrust zurück. "Eine Brust ist viel weicher, gibt nach und geht mit der Bewegung des Kindes mit. Das kann ein starrer Gegenstand nicht, so weich Schnuller auch sein mögen."
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